Wer Wohneigentum erwerben will, für den stellt sich die Frage, ob er lieber eine Gebrauchtimmobilie

oder einen Neubau kaufen soll. Beide Gebäudearten haben spezifische Vor und Nachteile.

 

Bei Häusern aus zweiter Hand sind in der Regel die Grundstücksflächen mit 400 bis 600 Quadratmetern

größer als bei Neubauten. Denn die Baulandpreise waren in den 1970er Jahren nicht mal halb so hoch

wie heute. Nicht selten gibt es bei Altbauten gewachsenen Bäume und angelegte Gärten: Bei Neubauten

braucht man Geduld, bis Sträucher und Bäume die gewünschte Höhe erreichen. Bestandsimmobilien

haben außerdem den Vorteil, dass sie über eine bestehende Infrastruktur wie Läden, Schulen, Bus- und

Bahnanbindungen verfügen.

 

Bei Häusern in Neubaugebieten dauert es hingegen bis die Infrastruktur steht. Zwischenzeitlich müssen

die Pioniere mit Lärm und Staub rechnen. Straßen, Wege und Grün werden erst peu á peu fertiggestellt.

Nicht immer verlässlich sind auch die Zusagen der Kommunen, Baugebiete am Stadtrand an eine Bus-

oder Straßenbahnlinie anzuschließen.

 

Wer handwerklich geschickt ist und ein Gebrauchthaus kauft, kann möglicherweise früher ins

Eigenheim ziehen: Da solche Häuser in der Regel etwa 25 Prozent günstiger sind als Neubauten, kann

er zunächst einziehen und Modernisierungsarbeiten ausführen, sobald er wieder Geld auf der hohen

Kante hat. Hierzu zählen beispielsweise ein Dachausbau oder der Anbau eines Wintergartens. Problematisch

kann es beim Gebrauchtimmobilienkauf sein, dass Sanierungsarbeiten im Voraus nicht genau kalkulierbar

sind: Feuchte Kellerwände oder ein morsches Dachgebälk sind oft erst auf den zweiten Blick zu sehen. Auf

alle Fälle sollte man beim Kauf eines Gebrauchthauses mit einem Experten(Architekt, Bauingenieur) das

Traumhaus in Augenschein nehmen.

 

Bei Neubauten hat man hingegen einen fünfjährige Gewährleistungsfrist. Wenn in dieser Zeit Mängel

auftreten, müssen diese vom Ersteller beseitigt werden. Auch ist ein Neubau mit dem neustens Stand

der Technikversehen was Lärm- und Wärmedämmung sowie Heiztechnik angeht. Individuelle Grundrisse

können hier einfacher und günstiger realisiert werden als bei Gebrauchtimmobilien. Beim Neubau wird

oft der Fertigstellungstermin nicht eingehalten und die Besitzer können erst später einziehen. Auch kann

es nervenaufreibend sein, über Monate hinweg den Baufortschritt zu kontrollieren und zahlreiche

Entscheidungen zu treffen: Welche Badfliesen gefallen einem noch in zehn Jahren und welche Steckdosenformen

und Türklinken sollen es sein? Häufig fällt es dem Häuslebauer auch schwer, sich anhand der Baupläne

eine Vorstellung von seinem Eigenheim zu machen.

 

Eine Gebrauchtimmobilie ist direkt begehbar.

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