In Zeiten günstiger Zinsen setzen viele Häuslebauer bei der Finanzierung ihrer vier Wände auf möglichst lange Zinsbindungen, die bei zehn, 15 oder 20 Jahren liegen. Unter Umständen aber kann es besser sein, auch in der derzeitigen Niedrigzinsphase eher kürzere Bindungen zu wählen. Denn je kürzer die Laufzeit, umso günstiger ist der Zins. Das so ersparte Geld sollte in eine höhere Tilgungsrate fließen, um den Kredit schneller abzuzahlen. Kein Finanzierungsberater kann in die Zukunft blicken und die Zinsentwicklung voraussagen. Fakt aber ist, dass die Zinsen für Baufinanzierungen derzeit extrem niedrig und bei unter drei Prozent(effektiv) liegen. Solche Finanzierungen gehen allerdings mit einer kurzen Zinsbindung von fünf Jahren einher. Wer seine niedrigen Zinsen hingegen länger halten will, muss bei zehn Jahren mit einem Zinssatz rechnen, der etwa 0,5 Prozent höher ist, bei einer Fixierung über 15 Jahre liegt der Unterschied sogar bei etwa einem Zinsprozent. Verbraucher mit einem engen finanziellen Spielraum sollten dennoch bei ihrer Baufinanzierung einen möglichst langen fixierten Zins von mindestens 15 Jahren wählen. Dann haben sie das Risiko steigender monatlicher Raten über einen langen Zeitraum hinweg minimiert. Steht nämlich nach Ablauf des Darlehns eine Anschlussfinanzierung an, müssen sie möglicherweise mit einem höheren Zinssatz rechnen, der ihre finanziellen Möglichkeiten zusätzlich strapazieren könnte. Wer hingegen größere finanzielle Freiheiten hat, weil er als Selbstständiger tätig ist, der kann ein Darlehen mit einer kurzen Zinsfestschreibung(fünf oder zehn Jahre) wählen.

Zweiter ratschlag: Er sollte das beim Zinssatz eingesparte Geld in einen höheren Tilgungssatz stecken. Bei einem Darlehen über 100.000€ mit einer anfänglichen Tilgung von einem Prozent sind nach Ende der zehnjährigen Zinsbindung erst etwa 12,5 Prozent der Darlehensschuld beglichen. Wird hingegen eine Tilgung von 5 Prozent gewählt, dann sind nach 10 Jahren bereits 60 Prozent abgezahlt. Wer seine monatliche Rate nicht übersteigen will, sollte mit seinem finanzierenden Institut Sondertilgungsmöglichkeiten vereinbaren. So kann man bei Bedarf einmal im Jahr eine zusätzliche Zahlung leisten und seine Immobilie schneller entschulden. Die Finanzinstitute berechnen diese Sonderleistung teils mit einem um 0,1 Prozent höheren Zinssatz. Als zweite Alternative kann ein Immobilienkäufer seinen Baukredit in mehreren Darlehen mit unterschiedlichen Zinsbindungen aufteilen, um sein Risiko gering zu halten. So könnte er 100.000 € über ein Darlehen mit einer Bindung von 15 Jahren (3,28 Prozent Zinsen) aufnehmen, weitere 50.000€ könnte er über einen zweiten Vertrag (fünf Jahre, 2,05 Prozent) finanzieren. Dabei jeweils eine Tilgung von zwei Prozent vorausgesetzt.

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